With den steigenden Forderungsausfällen sehen sich viele Händler der Frage gegenüber, ob sie die Inkassokosten auf ihre Kunden umlegen sollten. Es ist entscheidend, diese Thematik sowohl aus rechtlicher als auch aus einer imagebezogenen Perspektive zu beleuchten.
In Deutschland ist es grundsätzlich erlaubt, Inkassokosten bei Forderungsausfällen an den Schuldner weiterzugeben, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Gemäß § 280 und § 286 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) können Sie als Gläubiger die Kosten geltend machen, wenn der Schuldner mit der Zahlung in Verzug ist. Wichtig ist, dass Sie zuvor eine Mahnung ausgesprochen haben. Die Inkassokosten müssen zudem angemessen und durch einen Vertrag gedeckt sein.
Eine der größten Herausforderungen dabei ist die Höhe der Kosten. Oft wird verlangt, dass die Inkassoforderungen moderat bleiben. Anfallende Gebühren sollten transparent und nachvollziehbar für Ihre Kunden sein. Wenn die Kosten als überhöht wahrgenommen werden, kann dies zu Unmut führen und Ihr Image als Händler nachhaltig schädigen.
Das Risiko eines negativen Images sollte nicht unterschätzt werden. Viele Kunden empfinden es als unhöflich oder unangemessen, wenn Ihnen Inkassokosten in Rechnung gestellt werden, besonders wenn diese nicht klar kommuniziert wurden. Ein zufriedener Kunde ist in der Regel bereit, für Produkte und Dienstleistungen zu zahlen, doch das Umlegen von Kosten, die möglicherweise als unfair empfunden werden, könnte Ihr Geschäft gefährden.
Um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig Ihr Image zu schützen, sollten Sie einige wichtige Schritte in Betracht ziehen. Zunächst ist es ratsam, Ihre AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Insbesondere die Bestimmungen zu Inkassokosten sollten klar und präzise formuliert sein. Transparenz ist ein Schlüsselwort: Informieren Sie Ihre Kunden im Vorfeld darüber, dass im Falle eines Verzuges Inkassokosten anfallen könnten.
Darüber hinaus könnte es sinnvoll sein, eine offene Kommunikation mit Ihren Kunden zu pflegen. Falls es zu Zahlungsproblemen kommt, versuchen Sie, frühzeitig das Gespräch zu suchen. Ein Entgegenkommen Ihrerseits kann oft vermeiden, dass ein Inkasso eingeschaltet wird, was Ihr Verhältnis zu den Kunden verbessert und zusätzliche Kosten vermeidet.
Zusammenfassend ist das Thema der Umlage von Inkassokosten für Händler eine zweischneidige Angelegenheit. Während es rechtlich zulässig sein kann, birgt es erhebliche Risiken in Bezug auf Ihr Kundenimage. Gewissenhafte Vorbereitung und Kommunikation sind daher essenziell, um rechtliche Verpflichtungen zu erfüllen und gleichzeitig Ihr Geschäft langfristig abzusichern.

